Nächtliches Schwitzen

Mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

04.03.2009 Alexandra Döll

Eine Reihe von Menschen wird mitten in der Nacht wach, weil sie total durchgeschwitzt sind. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein.

Es ist normal, dass jeder Mensch im Schlaf schwitzt und pro Nacht bis zu einem halben Liter Flüssigkeit verliert. Beim Nachtschweiß kann jedoch von einem normalen biologischen Vorgang keine Rede mehr sein.

Die Betroffenen leiden darunter, wenn sie durch das Schwitzen geweckt werden, einfach weil der Schlafanzug und teilweise sogar das Bettlaken vom Schweiß durchnässt sind, so dass mitunter sogar ein Wäschewechsel erforderlich wird. Durch die Unterbrechung des Schlafs in Verbindung mit dem Gefühl, total verschwitzt zu sein und der eventuellen Notwendigkeit, auch noch die Wäsche wechseln zu müssen, wird die Schlafqualität erheblich beeinträchtigt. Betroffene berichten, dass sie sich morgens nach dem Aufstehen wie gerädert fühlen und teilweise sogar das Gefühl haben, kaum geschlafen zu haben.

Situative, temporär auftretende Ursachen für nächtliches Schwitzen

Hierzu zählen in der Regel Alpträume, oft in Verbindung mit Alltagssorgen. Da es sich hierbei um einmaliges, situativ bedingtes Schwitzen handelt, ist eine ärztliche Nachuntersuchung meist nicht erforderlich. Dies wäre erst ratsam, wenn sich die durch den Nachtschweiß bedingten Schlafstörungen über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen erstrecken.

Falsche Schlafhygiene

Während die Raumtemperatur in Wohnzimmer oder Küche zwischen 20°C und maximal 25°C liegen sollte, liegt die ideale Raumtemperatur im Schlafzimmer zwischen 16°C und 18°C. Ist das Schlafzimmer zu warm, zum Beispiel durch übermäßige Beheizung, kommt es häufig zu Nachtschweiß. Dasselbe gilt jedoch auch, wenn die Raumtemperatur im Schlafzimmer unter 15°C sinkt. Der Körper versucht, das Kältegefühl durch eine übermäßige Schweißproduktion zu kompensieren.

Oft werden viel zu dicke Bettdecken benutzt, die den Nachtschweiß ebenfalls fördern, die hauptsächlich für die kalte Jahreszeit gedacht sind. Abhilfe kann durch die Verwendung einer dünneren Bettdecke geschaffen werden. Bei Vier-Jahreszeiten-Oberbetten, die zusammengeknöpft werden können, sollten in Frühjahr und Sommer zumindest eine Decke entfernt werden, um Nachtschweiß zu vermeiden.

Medizinische Ursachen für Nachtschweiß

Zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr sind oft hormonelle Schwankungen, wie sie beispielsweise in den Wechseljahren vorkommen, für nächtliches Schwitzen verantwortlich.

Ansonsten können alle möglichen akuten und chronischen Erkrankungen für starken Nachtschweiß verantwortlich sein. In der zwei- bis dreitägigen Inkubationszeit einer Influenza – also dem Zeitraum zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit – tritt häufig starker Nachtschweiß auf. Ansonsten können auch HIV- oder Hepatitis-Infektionen, rheumatische Erkrankungen, weitere Autoimmunerkrankungen, Herzinfarktgefahr und sogar Krebstumore starkes nächtliches Schwitzen auslösen.

Wie bereits erwähnt, sollte die Ursache bei dauerhaftem starkem Nachtschweiß, der nicht auf falsche Schlafhygiene zurückzuführen ist, medizinisch abgeklärt werden. Je nach Ursache entscheidet der Arzt über die weitere Vorgehensweise, um die Grunderkrankung behandeln zu können, die in der Folge den Nachtschweiß auslöst.

Was kann der Einzelne selbst gegen das nächtliche Schwitzen tun?

Neben Überprüfung/Verbesserung der Schlafhygiene und gegebenenfalls medizinischer Abklärung der Ursachen für dauerhaftes nächtliches Schwitzen stellt das Trinken von Salbeitee aufgrund seiner beruhigenden, ausgleichenden Wirkung eine sinnvolle Prophylaxe gegen Nachtschweiß dar, und zwar unabhängig von der Ursache.

Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel ärztlichen oder fachmännischen Rat generell nicht ersetzen!

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